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Urlaubsanspruch für Minijobber

Die Herbstferien nutzen viele Beschäftigte, um noch ein paar Tage Urlaub zu nehmen. Das gilt natürlich nicht nur für Vollzeitkräfte. Aushilfen wie beispielsweise 450-Euro-Beschäftigte haben ebenso einen Urlaubsanspruch – mit denselben kniffligen Fragen, die auch bei anderen Teilzeitbeschäftigten entstehen.

In § 2 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) hat es der Gesetzgeber klar zum Ausdruck gebracht: Die geringfügige Beschäftigung nach § 8 SGB IV ist eine Sonderform des Teilzeitarbeitsverhältnisses. Insofern bestehen im sogenannten Minijob überwiegend dieselben Rechte und Pflichten wie in anderen Arbeitsverhältnissen. Unabhängig davon, wie geringfügig Beschäftigte sozialversicherungsrechtlich zu behandeln sind: Rein arbeitsrechtlich haben Minijobber also grundsätzlich auch einen Anspruch auf Urlaub. 

Urlaubsanspruch auch für Minijobber

Wie lange Minijobber im Jahr Urlaub machen können, das kann – ebenso wie bei anderen Teilzeitarbeitsverhältnissen – in Einzelfällen schwierig zu berechnen sein. Auch die Höhe des Urlaubsentgelts sowie die des zusätzlich vom Arbeitgeber versprochenen Urlaubsgelds bieten immer wieder Anlass für Auseinandersetzungen zwischen Teilzeitbeschäftigten und Arbeitgeber.

Grob zusammengefasst ist zunächst zu unterscheiden zwischen Teilzeitbeschäftigten, die an den gleichen Wochentagen vor Ort sind wie Ihre Vollzeitkollegen (jedoch weniger Stunden pro Tag arbeiten) und jenen Mitarbeitenden, die an weniger Arbeitstagen innerhalb einer Woche tätig sind.

Urlaubstage im Minijob richtig berechnen

Im ersten Fall stehen bei Teilzeitbeschäftigten, also prinzipiell auch bei Minijobbern, gleich viele Urlaubtage auf der Habenseite wie bei den Vollzeitbeschäftigten. Der Unterschied wirkt sich im Urlaubsentgelt aus, das sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der vergangenen 13 Wochen vor Urlaubsbeginn bemisst.

Arbeiten geringfügig Beschäftigte regelmäßig an weniger Wochentagen, so ist die Zahl der Urlaubstage entsprechend zu verringern. Das Verhältnis entspricht jenem, in dem die tatsächlichen Beschäftigungstage zu den Werktagen des Kalenderjahres stehen. Eine in einem Privathaushalt tätige Haushaltshilfe, die an 2 Tagen pro Woche jeweils 2,5 Stunden arbeitet, hat beispielsweise einen gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch von 8 Tagen (24 Mindesturlaubstage : 6 Werktage × 2 Arbeitstage = 8 Arbeitstage Urlaub). 

Minijob: Urlaub von geringfügig Beschäftigten abstimmen

Geringfügig Beschäftigte sind, wie andere Berufstätige auch, oft auf Urlaub in der Ferienzeit angewiesen, sodass sich häufig die Urlaubswünsche verschiedener Mitarbeitender überschneiden. Können sich diese untereinander nicht einigen, so kann der Arbeitgeber Urlaubswünsche von Mitarbeitenden ablehnen, wenn diese den Planungen der Kollegen oder Kolleginnen entgegenstehen, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen. Grundsätzlich besteht jedoch kein genereller Vorrang der Beschäftigten mit betreuungs- oder schulpflichtigen Kindern. Letztlich ist immer im Einzelfall abzuwägen. Eventuell kann auch eine Betriebsvereinbarung sinnvoll sein, die die Grundsätze zur Urlaubsgewährung regelt.

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