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Lohnsteuerbescheinigung 2022/2023

Die Finanzverwaltung hat bereits das Muster der Lohnsteuerbescheinigung für 2023 veröffentlicht. Zunächst ist aber regelmäßig noch die Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigung für 2022 vorzunehmen.

Aufgrund der Aufzeichnungen im Lohnkonto hat der Arbeitgeber nach Abschluss des Lohnkontos der zuständigen Finanzbehörde für jeden Arbeitnehmer eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln – dies bis zum letzten Tag des Monats Februar des folgenden Jahres.

Die Verwaltung hat jetzt bereits die Muster für 2023 bekannt gemacht (Bekanntmachung vom 8.9.2022 - IV C 5 - S 2533/19/10030 :004). Sie kommen frühestens bei ab Januar 2023 ausscheidenden Mitarbeitenden zur Anwendung.

Für den Jahresabschluss 2022 und die Übermittlung bis Ende Februar 2023 sind zunächst die Lohnbescheinigungen nach dem Muster für 2022 zu verwenden (Bekanntmachung v. 9.9.2020, IV C 5 - S 2533/19/10030 :002). 

Aufgrund der einmaligen Energiepreispauschale von 300 Euro, die die meisten Arbeitnehmenden im September 2022 erhalten haben, hat die Finanzverwaltung hierfür Mitte 2022 ein überarbeitetes Muster herausgegeben. Danach ist eine vom Arbeitgeber ausgezahlte Energiepreispauschale im Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2022 mit dem Großbuchstaben "E" anzugeben (Bekanntmachung vom 15.7.2022 - IV C 5 - S 2533/19/10030 :003).

Bescheinigungspflichten und Regelungen

Darüber hinaus sind beim Ausfüllen für beide Jahre die ungeänderten Vorgaben des Bundesfinanzministeriums zu beachten (BMF, Schreiben v. 9.9.2019, IV C 5 - S 2378/19/10002 :001, BStBl 2019 I S. 911). Hinzuweisen ist aus dem sogenannten "Ausfüllerlass" insbesondere auf die folgenden, für 2022 und 2023 geltenden Bescheinigungspflichten und Regelungen.

Lohnsteuerbescheinigung: Unterbrechung der Beschäftigung

Unter Nummer 2 des Ausdrucks ist in dem Feld Anzahl "U" die Anzahl der Unterbrechungszeiträume zu bescheinigen, in denen an mindestens fünf aufeinander folgenden Arbeitstagen der Anspruch auf Arbeitslohn im Wesentlichen weggefallen ist (z. B. wegen Krankheit). Nicht zu bescheinigen sind Zeiträume, in denen der Arbeitnehmende Lohnersatzleistungen im Sinne des § 41 Abs. 1 Satz 4 EStG erhalten hat. Dazu gehört unter anderem das immer noch zahlreich gewährte Kurzarbeitergeld.

Lohnsteuerbescheinigung: Lohnersatzleistungen

Das Kurzarbeitergeld einschließlich des Saison-Kurzarbeitergeldes und die Verdienstausfallentschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz sowie weitere Lohnersatzleistungen (Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Zuschuss bei Beschäftigungsverbot bei Entbindung, Aufstockungsbeträge und Altersteilzeitzuschläge) sind in einer Summe unter Nummer 15 des Ausdrucks zu bescheinigen. Die Bescheinigung dient der Sicherstellung des sogenannten Progressionsvorbehalts bei der zwangsweise abzugebenden Steuererklärung.

Hat der Arbeitgeber Kurzarbeitergeld zurückgefordert, sind nur die so gekürzten Beträge zu bescheinigen. Ergibt die Verrechnung von ausgezahlten und zurückgeforderten Beträgen einen negativen Betrag, so ist dieser Betrag mit einem Minuszeichen zu bescheinigen. Wurde vom Arbeitgeber Krankengeld in Höhe des Kurzarbeitergeldes gezahlt, ist dieses nicht anzugeben. 

Lohnsteuerbescheinigung: Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte

Unter Nummer 17 und 18 sind die steuerfreien und pauschal besteuerten Leistungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zu bescheinigen. Insbesondere die vor einigen Jahren erfolgte Einführung des steuerfreien Jobtickets hat hier zu Änderungen geführt.

Unter Nummer 17 des Ausdrucks sind danach die folgenden auf die Entfernungspauschale anzurechnenden steuerfreien Zuschüsse und Sachbezüge betragsmäßig zu bescheinigen:

  • Zuschüsse des Arbeitgebers, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu den Aufwendungen des Arbeitnehmenden für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (und zu einem sog. Sammel- oder Treffpunkt) sowie für Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr gezahlt werden (§ 3 Nr. 15 Satz 1 EStG),
  • Sachbezüge für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (und zu einem sogenannten Sammel- oder Treffpunkt) sowie für Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr, die der Arbeitnehmende aufgrund seines Dienstverhältnisses zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erhält (§ 3 Nr. 15 Satz 2 EStG),
  • Sachbezüge, die im Rahmen der 44-Euro-Grenze oder des Rabattfreibetrags steuerfrei bleiben.

Unter Nummer 18 des Ausdrucks sind nur die auf die Entfernungspauschale (0,30 Euro je Entfernungskilometer, ab 2022 0,38 Euro ab dem 21. Entfernungskilometer) anzurechnenden und mit 15 Prozent pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen (maximal bis zur Höhe der Entfernungspauschale) für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (und zu einem sogenannten Sammel- oder Treffpunkt) zu bescheinigen (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG). Seit Einführung des steuerfreien Jobtickets handelt es sich hier regelmäßig um Zuschüsse für Fahrten mit dem PKW.

Tipp: Nicht zu bescheinigen sind mit 25 Prozent pauschalierte Bezüge für ein Jobticket, weil diese nicht auf die Entfernungspauschale angerechnet werden (§ 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG).

Lohnsteuerbescheinigung: Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeit

Unter Nummer 20 des Ausdrucks sind grundsätzlich die steuerfreien Verpflegungszuschüsse bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten zu bescheinigen. Es gilt für die Jahre 2022 und 2023 weiterhin die Kulanzregelung, dass eine Bescheinigung dieser Beträge nicht zwingend erforderlich ist, wenn das Betriebsstättenfinanzamt für die steuerfreien Verpflegungsspesen bei Auswärtstätigkeiten eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat (Fälle mit getrennter Lohn- und Reisekostenabrechnung).

Wichtig: Großbuchstabe M ist Pflicht

Hat der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter den Mitarbeitenden während einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung eine mit Sachbezugswert (2022: für ein Frühstück 1,87 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,57 Euro; 2023 voraussichtlich: für ein Frühstück 2,00 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,80 Euro) zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt, muss der Großbuchstabe "M"  in der Lohnsteuerbescheinigung unter Nummer 2 bescheinigt werden. 

Lohnsteuerbescheinigung: Vorsorgeaufwendungen

Bei der Bescheinigung von Zukunftssicherungsleistungen ist Folgendes zu beachten:

  • Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Beschäftigte nach § 172 Abs. 1 SGB VI (z.B. weiterbeschäftigte Rentner) gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn; sie sind nicht als steuerfreie Arbeitgeberanteile unter Nummer 22a zu bescheinigen. Hat der Beschäftigte jedoch auf die Versicherungs­freiheit verzichtet, sind die Arbeitgeberanteile/-zuschüsse und Arbeitnehmeranteile nach den allgemeinen Regelungen zu bescheinigen.
  • Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung und an berufsständische Versorgungs­einrichtungen, die im Zusammenhang mit steuerfreiem Kurzarbeitergeld stehen, sind nicht zu bescheinigen.

Lohnsteuerbescheinigung: Nachträgliche Korrekturen

Stellt der Arbeitgeber bis zum Ablauf des siebten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres fest, dass die übermittelten Daten unzutreffend waren, muss er die Lohnsteuerbescheinigung grundsätzlich durch Übermittlung eines weiteren Datensatzes korrigieren oder stornieren (§ 93c Abs. 3 Satz 1 AO). Eine Änderung des Lohnsteuerabzugs ist jedoch regelmäßig nur bis zur Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zulässig (§ 41c Abs. 3 Satz 1 EStG). 

Im Übrigen können Erstattungsansprüche wegen zu Unrecht einbehaltener Lohnsteuer nach Ablauf des Kalenderjahres und nach Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung lediglich im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden. Wurde der Lohnsteuerabzug in zu geringer Höhe vorgenommen, hat der Arbeitgeber dies dem Betriebsstättenfinanzamt anzuzeigen (§ 41c Abs. 4 EStG).

Lohnsteuerbescheinigung: Korrektur fehlerhafter Datensätze

Eine Korrektur oder Stornierung kommt in Betracht, wenn es sich um eine bloße Berichtigung eines zunächst unrichtig übermittelten Datensatzes handelt. Eine solche Korrektur oder Stornierung unzutreffend bescheinigter Angaben bzw. Lohnsteuerdaten (z. B. einbehaltene Lohnsteuer oder einbehaltener Solidaritätszuschlag) ist der Finanzverwaltung durch Übermittlung einer berichtigten Lohnsteuerbescheinigung mitzuteilen, soweit sie nicht im Widerspruch zur maßgebenden bereits bestandskräftigen Lohnsteueranmeldung steht. Korrigierte Lohnsteuerbescheinigungen sind mit dem Merker "Korrektur" zu versehen.

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