Content Portlet (für Detailseite)

Eigene Texte anzeigen (Nur Detailseite) Eigene Texte anzeigen (Nur Detailseite)

Personenbedingte Kündigung: Voraussetzung

Mit einer personenbedingten Kündigung kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis beenden, wenn der Grund in der Person des oder der Arbeitnehmenden selbst liegt. Welche Gründe rechtfertigen eine personenbedingte Kündigung? Ist eine personenbedingte Kündigung bei Krankheit möglich?

Wo das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, brauchen Arbeitgeber einen wirksamen Kündigungsgrund, um kündigen zu können. Eine personenbedingte Kündigung ist möglich, wenn der Grund in der Person des oder Arbeitnehmenden liegt. Dies betrifft Fälle, in denen Mitarbeitende nicht in der Lage sind, die geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen, ohne dass sie selbst darauf Einfluss haben. Häufigster Anwendungsfall ist die krankheitsbedingte Kündigung.

Personenbedingte Kündigung: Welche Voraussetzungen müssen eingehalten werden?

Der Arbeitgeber kann einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin, auf den oder die das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, personenbedingt kündigen, wenn er oder sie aufgrund fehlender persönlicher Eignung oder Fähigkeiten nicht in der Lage ist, seine oder ihre geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen. Die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers müssen erheblich beeinträchtigt sein.

Die Rechtsprechung verlangt zudem eine negative Zukunftsprognose: Es muss unwahrscheinlich sein, dass der Arbeitnehmer in Kürze wieder seine Arbeitsleistung erbringen kann. Eine personenbedingte Kündigung kommt immer nur als letztes Mittel in Betracht. Auch wenn eine Abmahnung häufig entbehrlich ist, da die personenbedingten Gründe nicht vom Arbeitnehmer steuerbar sind, muss der Arbeitgeber zunächst mildere Mittel ausschöpfen. Dazu muss er beispielsweise prüfen, ob der Arbeitnehmer bei fehlender Eignung anderweitig beschäftigt werden kann, das Leistungshindernis durch eine Fortbildung behebbar ist oder ihm bei Krankheit ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbieten. Gerichte nehmen zudem immer eine Interessensabwägung im Einzelfall vor. 

Gründe für eine personenbedingte Kündigung

Gründe, die in der Person des Arbeitnehmers liegen, sind solche, die verhindern, dass der Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht nachkommen kann. Diese sind unabhängig von einem Verschulden des Mitarbeitenden. Sie liegen vor, wenn dem Arbeitnehmer bestimmte Fertigkeiten oder die körperliche oder geistige Eignung fehlen, um seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen in Zukunft erfüllen zu können. Der Mitarbeiter muss also keine ihm vorwerfbare Pflichtverletzung begangen haben. Anerkannte Gründe für eine personenbedingte Kündigung können sein:

  • Außerdienstliche Straftaten, wenn sie die Eignung für die Tätigkeit verhindern oder
  • die Verbüßung einer längeren Freiheitsstrafe, wegen der damit verbundenen Arbeitsverhinderung.
  • Auch der Entzug der Fahrerlaubnis kann bei Arbeitnehmern, die ohne Führerschein nicht arbeiten können, eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen.

Ist eine personenbedingte Kündigung bei Krankheit möglich?

Grundsätzlich haben Arbeitgeber auch bei einer Krankheit des Mitarbeitenden die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Die Rechtsprechung unterscheidet hier zwischen häufigen Kurzerkrankungen, lang andauernden Krankheiten und einer dauerhaften Leistungsunfähigkeit. In der Praxis erfolgen personenbedingte Kündigungen zumeist wegen längerer Krankheit. Zunächst ist der Arbeitgeber nach langer Krankheit eines Arbeitnehmers gemäß § 167 Abs. 2 SGB IX zu einem BEM verpflichtet.

Voraussetzungen einer krankheitsbedingten Kündigung

Damit eine personenbedingte Kündigung wegen Krankheit sozial gerechtfertigt ist, müssen die oben genannten Voraussetzungen vorliegen. Hier ist eine negative Gesundheitsprognose erforderlich: Es muss damit zu rechnen sein, dass die Erkrankung häufig wiederkehrt oder noch länger andauert. Der Arbeitgeber muss in seinen betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen erheblich beeinträchtigt sein, zudem muss immer eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen werden.

Kündigungsfrist und Abfindung: Was gilt bei einer personenbedingten Kündigung?

Eine personenbedingte Kündigung ist eine ordentliche Kündigung. Die entsprechenden Kündigungsfristen müssen eingehalten werden. Wenn eine ordentliche Kündigung durch Tarifvertrag ausgeschlossen ist, kann auch eine außerordentliche Kündigung ausnahmsweise zulässig sein. Einen Anspruch auf eine Abfindung gibt es bei einer personenbedingten Kündigung nicht.

Verwandte Dokumente