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Kurzfristige Beschäftigung: Anhebung der Zeitgrenzen

Wie bereits 2020 sollen die Zeitgrenzen für eine kurzfristige Beschäftigung angehoben werden. Das wurde am 31. März 2021 im Bundeskabinett beschlossen. Zudem sollen Arbeitgeber künftig bei der Anmeldung einer kurzfristigen Beschäftigung eine automatisierte Rückmeldung über Vorversicherungszeiten der Beschäftigten erhalten.

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn sie innerhalb eines Zeitjahres auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Diese Zeitgrenzen sollen für den Zeitraum vom 1. März 2021 bis 31. Oktober 2021 auf vier Monate beziehungsweise 102 Arbeitstage angehoben werden. Im gleichen Zeitraum 2020 wurden die Zeitgrenzen auf fünf Monate beziehungsweise 115 Arbeitstage angehoben.

Neue Meldepflicht für Arbeitgeber

Um sicherzustellen, dass kurzfristig Beschäftigte auch tatsächlich über eine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall verfügen, soll für diese Beschäftigten eine Meldepflicht des Arbeitgebers zur Art der krankenversicherungsrechtlichen Absicherung des Arbeitnehmers eingeführt werden. Als privat krankenversichert soll ein kurzfristig Beschäftigter auch gelten, wenn er über seinen Arbeitgeber für die Zeit der Beschäftigung über eine private Gruppenversicherung abgesichert ist und dadurch die notwendige Versorgung im Krankheitsfall gewährleistet ist.

Rückmeldung der Minijobzentrale über Vorversicherungszeiten

Zudem soll der Arbeitgeber zukünftig bei der Anmeldung einer kurzfristigen Beschäftigung bei der Minijobzentrale eine automatisierte Rückmeldung über Vorversicherungszeiten der Beschäftigten erhalten. So kann er beurteilen, ob die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung eingehalten wurden beziehungsweise wann diese überschritten sind. Das schafft die notwendige Rechtssicherheit für die Arbeitgeber.

Hinweis: Der Bundestag wird über die Ausweitung noch beraten.

Verlautbarung der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung 2020

Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben mit Datum vom 30. März 2020 die Verlautbarung "Vorübergehende Erhöhung der Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020" veröffentlicht. Dort wird beschrieben, wie die Regelungen aus Sicht der Sozialversicherung in der Praxis anzuwenden sind. Berufsmäßige Beschäftigungen mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von mehr als 450 Euro sind auch weiterhin ausgenommen. Inwieweit diese auch für die Ausweitung im Jahr 2021 anzuwenden sind, bleibt abzuwarten.

https://www.haufe.de/download/verlautbarung-erhoehung-zeitgrenzen-512934.pdf

Vorteil für Bezieher einer Vollrente wegen Alters gilt auch 2021

Altersvollrentner, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, müssen bei Ausübung einer Beschäftigung eine Hinzuverdienstgrenze beachten. Diese beläuft sich auf 6.300 Euro pro Kalenderjahr. Verdient ein Altersvollrentner mehr, wirkt sich das negativ auf die Höhe seiner Rente aus. Die Hinzuverdienstgrenze hat der Gesetzgeber mit dem Sozialschutz-Paket für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020 auf 44.590 Euro hochgesetzt. Und auch für das Jahr 2021 gilt eine erhöhte Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 46.060 Euro. Insofern kann ein Altersvollrentner im Jahr 2021 rein theoretisch mit einer auf vier Monate befristeten Beschäftigung einen Verdienst von bis zu 46.060 Euro erzielen, ohne Sozialabgaben zahlen und eine Kürzung seiner Rente befürchten zu müssen.

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