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Erhöhung der Entfernungspauschale 2022

Die Entfernungspauschale ist für Fernpendler bereits ab 2021 zum Ausgleich der steigenden Treibstoffpreise angehoben worden. Nun will der Gesetzgeber die Pauschale ab dem 21. Entfernungskilometer rückwirkend ab 2022 erneut anheben. Das kann auch Auswirkungen auf den Lohnsteuerabzug haben. Außerdem ist ab 2021 erstmalig eine sogenannte Mobilitätsprämie eingeführt worden.

Seit Jahren wird für die Wege zur Arbeit einheitlich eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale gewährt. Sie ist arbeitstäglich für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte anzusetzen. Eine steuerfreie Arbeitgebererstattung der Pauschale ist nicht möglich. Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist die Pauschale auf maximal 4.500 Euro jährlich begrenzt. 

Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer

Bis 2020 galt einheitlich eine Pauschale von 0,30 Euro je Entfernungskilometer. Seit 2021 gilt dieser Betrag nur noch für die ersten 20 Entfernungskilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Ab dem 21. Kilometer erfolgte im Jahr 2021 eine Erhöhung der Entfernungspauschale um 5 Cent auf 0,35 Euro. Die Anhebung gilt entsprechend auch für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung. 

 

Angesichts der weiter gestiegenen Spritpreise soll die eigentlich erst 2024 anstehende Erhöhung der Pauschale für Fernpendler um weitere 3 Cent rückwirkend auf den Jahresbeginn 2022 vorgezogen werden. Das ergibt sich aus dem  "Entwurf eines Steuerentlastungsgesetzes 2022" (Referentenentwurf vom 2. März 2022). Wird die geplante Gesetzesänderung umgesetzt, gilt für die Jahre 2022 bis 2026 ab dem 21. Entfernungskilometer eine Pauschale von 0,38 Euro.

Erhöhte Entfernungspauschale führt zu höheren Arbeitgeberzuschüssen

Arbeitgeberzuschüsse für die Pkw-Nutzung können bis zur Höhe der Entfernungspauschale mit 15 Prozent Pauschalsteuer belegt werden. Die Pauschalierung ist auch bei der Dienstwagengestellung möglich.

Wichtig: Die 0,38 Euro können aber selbstverständlich erst berücksichtigt werden, wenn der Gesetzgeber sie endgültig beschlossen hat. Dies ist voraussichtlich im Frühsommer der Fall. Bis dahin gelten auch im Jahr 2022 weiterhin 0,30 Euro für die ersten 20 Kilometer und 0,35 Euro ab dem 21. Entfernungskilometer.

Hinweis: Keine Änderungen bei den Reisekosten

Bei den Reisekosten ändert sich nichts. Unverändert können 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer steuerfrei erstattet oder in der Steuererklärung als Werbungskosten abgezogen werden. 

Mobilitätsprämie alternativ zur Entfernungspauschale

Ab 2021 wurde für Pendler, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine (Lohn-)Steuer zahlen, die Möglichkeit geschaffen, alternativ zu den erhöhten Entfernungspauschalen ab dem 21. Entfernungskilometer eine sogenannte Mobilitätsprämie zu wählen. Sie beträgt 14 Prozent der erhöhten Pauschale; das entspricht dem Eingangssteuersatz im Einkommensteuertarif. 

Hinweise zur Mobilitätsprämie

Die Mobilitätsprämie kann durch den Einkommensteuerbescheid festgesetzt werden. Eine Festsetzung erfolgt nur, wenn die Mobilitätsprämie mindestens zehn Euro beträgt. Bei Arbeitnehmenden gilt der Antrag auf Mobilitätsprämie zugleich als ein Antrag auf Einkommensteuerveranlagung. 

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