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Sabbatical: Was gilt es zu beachten?

Ein Sabbatjahr ist der Traum von vielen Beschäftigten. Sei es um eine Weltreise zu machen, ein Haus zu renovieren oder aus anderen Gründen. In der Privatwirtschaft gibt es keinen generellen arbeitsrechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical. Wer Mitarbeitenden eine Freistellung auf Zeit anbieten möchte, sollte einiges beachten.

Im öffentlichen Dienst haben Beamte und Angestellte Anspruch auf ein Sabbatical – in der Privatwirtschaft grundsätzlich nicht. Dennoch gewähren immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitenden auf Wunsch eine berufliche Auszeit – ob zur Weiterbildung, Pflege Angehöriger oder um ihnen den Traum einer Weltreise zu ermöglichen.

In der Regel dauert ein solches Sabbatical zwischen drei Monaten und einem Jahr. Die Rahmenbedingungen können Arbeitgeber und Arbeitnehmende individuell vertraglich regeln. Dabei sollte auch die Frage geklärt werden, was passiert, wenn der Mitarbeitende das Sabbatical frühzeitig beenden will. Keinen Anspruch auf eine vorzeitige Beendigung eines Sabbatjahrs wegen der Coronapandemie hatten nach einer Entscheidung des OVG Nordrhein-Westfalens zwei Kölner Lehrer, die ihre Weltreise beenden mussten.

Sabbatical - was ist das eigentlich?

Das Sabbatjahr, auch Sabbatical genannt, bezeichnet eine längere, meist mehrmonatige Unterbrechung des Arbeitslebens. Der Arbeitnehmende erhält während dieser befristeten Auszeit monatlich ein Arbeitsentgelt, das er durch Vor- bzw. Nacharbeit erwirtschaftet hat. Er oder sie spart somit über einen gewissen Zeitraum auf ein Langzeitkonto Arbeitszeit an. Das angesparte Arbeitszeitguthaben kann der Arbeitnehmende schließlich für eine längere Freistellung von der Arbeitspflicht aufwenden.

Sabbatjahr: Arbeitgeber haben auch Vorteile

  • Freistellung von Mitarbeitenden in Zeiten mangelnder Aufträge kann entlasten. Arbeitgeber können, bei Kostenentlastung, Mitarbeitende halten.
  • Mitarbeitende können Abstand gewinnen und neue Erfahrungen sammeln.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird erleichtert.
  • Unternehmen kann seine Stellung im Wettstreit um Nachwuchskräfte stärken (Stichwort Work-Life-Balance).

Sabbatical-Regelung: Vertragliche Vereinbarungen

Möchten Arbeitgeber die Rahmenbedingungen rund um ein Sabbatical vertraglich regeln, sollten folgende Punkte mit aufgenommen werden:

  • die Durchführung der Arbeitszeitansparung,
  • die mögliche Dauer des Sabbaticals,
  • Regelungen zu Vergütung,
  • Versicherungen,
  • betriebliche Altersversorgung und anderen Sonderleistungen des Arbeitgebers
  • sowie - gerade aus Arbeitnehmersicht – die Aufgabe und Position des Arbeitnehmenden nach seiner Rückkehr.

Darüber hinaus kann kollektivrechtlich, z. B. im Wege einer Betriebsvereinbarung oder eines Tarifvertrags, die generelle Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Sabbaticals vorgesehen sein.

Sabbatical-Modelle

Zur Durchführung eines Sabbaticals kommen verschiedene Modelle in Betracht. Dabei lassen sich regelmäßig die folgenden Varianten unterscheiden:

  • Ansparen von Arbeitszeitguthaben
  • Freiwilliger Lohnverzicht
  • Umwandlung in Teilzeitbeschäftigung

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