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Erleichterungen bei Aufzeichnungspflichten

Das Bundesfinanzministerium plant Erleichterungen bei den lohnsteuerlichen Aufzeichnungspflichten. Diese sollen zukünftig auch für die Steuerbefreiungen im Zusammenhang mit der Elektromobilität gelten.

Arbeitgeber müssen bestimmte steuerfreie Bezüge nicht im Lohnkonto aufzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV). Durch die Änderung steuerlicher Vorschriften greift der Entwurf für die „Fünfte Verordnung zur Änderung steuerlicher Vorschriften" den fachlich notwendigen Änderungsbedarf auf.

Lohnkonto: Steuerfreie Bezüge, die nicht aufzuzeichnen sind

Lohnsteuerfrei bleiben unter anderem:

 

1) die Vorteile von Mitarbeitern aus der privaten Nutzung

  • von betrieblichen Datenverarbeitungsgeräten und Telekommunikationsgeräten sowie deren Zubehör (Computer, Handy, Tablet etc.),
  • von überlassenen System- und Anwendungsprogrammen (z.B. Office-Software), die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt, 
  • und aus den im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen erbrachten Dienstleistungen (§ 3 Nr. 45 EStG).

2) Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung Mitarbeitern von Dritten freiwillig und ohne, dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für die Arbeitsleistung zu zahlen ist (§ 3 Nr. 51 EStG).

Beide Arten von Bezügen müssen bereits bisher nicht im Lohnkonto aufgezeichnet werden.

Lohnkonto: Erleichterungen bei Aufzeichnungspflichten geplant

Nun sollen zu dieser Liste die folgenden Steuerbefreiungen hinzukommen:

1) zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug ist (§ 3 Nr. 37 EStG), also die steuerfreie Überlassung von E-Bikes ohne Kennzeichen und klassischen Fahrrädern, sowie

2) zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteile 

  • für das elektrische Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybrid-Elektrofahrzeugs beim Arbeitgeber (oder bei einem verbundenen Unternehmen)
  • und für die zur privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung (§ 3 Nr. 46 EStG), sogenannte Wallboxen.

Vorstehende Steuerbefreiungen sind aktuell bis 2030 verlängert worden. Auch diese Bezüge müssen zukünftig nicht mehr im Lohnkonto aufgezeichnet werden. Die neue Regelung soll der Vermeidung von Bürokratie auf Seiten der Arbeitgeber dienen.

Die Verordnung tritt grundsätzlich am Tag nach der Verkündung in Kraft. Mit einer Verabschiedung ist noch im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen.

Hinweis: Übereignung ist nicht steuerfrei

Sowohl bei Fahrrädern wie auch bei Wallboxen ist – ebenso wie bei der Überlassung von elektronischen Geräten - nur die Überlassung steuerfrei. Falls eine Übereignung an den Mitarbeiter erfolgen soll, besteht die Möglichkeit zur Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 Prozent (§ 40 Abs. 2 Nr. 6 und 7 EStG).

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