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Stress verleitet zu riskantem Fahrstil

Freitags wollen alle nach Hause ins Wochenende. Das Risiko für einen Verkehrsunfall steigt jetzt, wenn Fahrer mit Job-Frust unterwegs sind.

Beschäftigte, die bei der Arbeit unter Druck stehen, fahren riskanter, so eine Umfrage von zwei Wissenschaftlern der Universität Haifa. Wer Stress im Job hat, wird auf der Straße schnell zur Gefahr für sich und andere. Die Hans-Boeckler-Stiftung empfiehlt Unternehmen, auf diese Problematik Einfluss zu nehmen. 

Stau im Berufsverkehr erhöht Stresslevel zusätzlich

Außer freitags ist die Unfallgefahr besonders im morgendlichen Berufsverkehr groß. Viele Pendler müssen mehr oder weniger lange Anfahrten zur Arbeit zurücklegen. Nicht selten stehen sie dabei im Stau. Da passiert es schnell einmal, dass sich Aggressionen entladen. Oder es kommt zu einem riskanten Fahrmanöver.

Wissenschaftler ermitteln Stresssituationen und Regelverstöße

Bei der wissenschaftlichen Studie mit 361 Beschäftigten wurden u. a. folgende Fragen gestellt:

  • Wie oft hält ihr Vorgesetzter seine Versprechen nicht ein?
  • Wie oft äußert sich der Vorgesetzte abfällig?
  • Wie sehr beeinträchtigt der Job ihr Privatleben?

Außerdem wurde die Anzahl der Regelverstöße auf dem Arbeitsweg ermittelt.

Stress gibt’s durch den Chef oder die Familie

Bei der Auswertung zeigte sich, dass sich die Zahl der Regelverstöße erhöht, wenn Pendler einen böswilligen Chef haben oder wenn die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben schwierig ist.

Konzentration nimmt ab und Ablenkungen nehmen zu

Als Gründe für einen riskanten Fahrstil bei Job-Frust nannten die Wissenschaftler:

  • Negative Gefühle und Sorgen beeinträchtigen die Konzentration beim Fahren.
  • Beschäftige, die gestresst sind, neigen dazu, während der Fahrt Telefonate zu führen oder Nachrichten mit dem Smartphone zu schreiben. Beide Aktivitäten lenken von der Haupttätigkeit Fahren ab.

Es allen recht machen wollen

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass berufliche Dinge noch schnell unterwegs erledigt werden, weil man es dem Chef recht machen will. Und Telefonate oder WhatsApp-Unterhaltungen mit Familienmitgliedern sollen dazu dienen, das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, wenn man das Gefühl hat, durch das Pendeln andere zu vernachlässigen.

Tipp der Hans-Boeckler-Stiftung: Betriebe können Einfluss nehmen

  • Mit Aufklärung und Information sollte der Betrieb für das Thema sensibilisieren und für ein sicheres Fahrverhalten werben.
  • Die Beschäftigten können dazu animiert werden, für ihren Arbeitsweg ein anderes Verkehrsmittel als das Auto zu wählen. Dabei können zum Beispiel ein Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr oder überdachte Fahrradstellplätze ein Anreiz sein.

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